Grüne Unternehmen und grüne Produkte

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Grüne Unternehmen und grüne Produkte

Wer sein Geld in nachhaltige Anlagen investieren will, kommt um eine genaue Kenntnis des Anlageobjektes nicht herum. Spricht man mit nachhaltig orientierten Anlegern, so wird bei den Direktanlagen in Unternehmen in aller Regel das Ziel geäußert, in „grüne Unternehmen“ bzw. „nachhaltig arbeitende Unternehmen“ zu investieren.

Das ist von der Zielrichtung richtig. Die Praxis der Unternehmens(selbst)darstellung und die Kreativität der Marketingabteilungen in den Unternehmen zeigen zugleich, dass es sehr wichtig ist, genaue und belastbare Prüfmerkmale zu haben. Wo „grün“ darauf steht, muss nicht immer wirklich „grün“ enthalten sein.

Was sind eigentlich „grüne Unternehmen“ und wie kann ich sie erkennen? Das ist eine sehr wichtige Frage, wenn man sich bei der nachhaltigen Geldanlage mit den Unternehmen beschäftigt. Die Frage kann entstehen, wenn man direkt in das betreffende Unternehmen investieren will – zum Beispiel in Form von Aktien (als Eigenkapital) oder Unternehmensanleihen (als Fremdkapital). Diese Frage ist auch relevant, wenn man sich auf den Emittenten konzentriert – zum Beispiel auf die Investmentfondsgesellschaft, die die Fonds herausgibt, welche wiederrum die Aktien von „grünen Unternehmen“ an der Börse erwirbt.

Grüne Produkte

Um „grüne Unternehmen“ zu erkennen, reicht es nicht aus, sich auf den Geschäftsbericht oder die hochglänzende Unternehmensbroschüre zu verlassen. Um „grüne Unternehmen“ zu erkennen, sollte man sich auch nicht auf die Ebene des „sauberen Gewinns“ konzentrieren, sondern eine Etage tiefer gehen: Auf die Ebene der Produkte des Unternehmens. Hier entscheidet sich, wie weit und umfassend „grün“ bzw. Nachhaltigkeit wirklich geht und damit, ob das Unternehmen ein wirklich nachhaltig arbeitendes Unternehmen ist.

Diese 8 Merkmale kennzeichnen „grüne Produkte“:

  • Das grüne Produkt befriedigt ein wesentliches menschliches Bedürfnis. Das Produkt ist daher keineswegs des Bereich Luxus zuzuordnen.
  • Durch die Nutzung bzw. den Einsatz des Produktes wird die Gesundheit des Nutzers bzw. des Kunden unter keinen Umständen gefährdet
  • Im Rahmen der Herstellung, des Gebrauchs, der Verwertung und des Recycling des Produkts wird eine über dem Rahmen liegende und insbesondere nachhaltige Schädigung der Umwelt ausgeschlossen.
  • Die Produktion der Rohstoffe oder der Ausgangsmaterialien für das Produkt steht nicht im Zusammenhang mit einer bedrohten Tierart oder Pflanzenart. Ebenso bedroht die Herstellung keine Region oder ein Ökosystem irgendwo auf der Erde.
  • In der Entwicklung oder der Produktion des Produktes dürfen keine unnotwendigen Grausamkeiten gegenüber Tieren vorkommen. D.h., dass Tierquälerei nicht angewendet werden darf.
  • Das Produkt wird idealerweise aus Recycle-Material oder erneuerbaren Ressourcen unter der Maßgabe des Umweltschutzes produziert.
  • Das Produkt ist zunächst langlebig und wiederbenutzbar, später recyclebar und vollständig abbaubar.
  • Die Verpackung ist wenig aufwendig und umweltschonend.

Erfüllt ein Produkt alle die o.a. Merkmale, handelt es sich um ein „grünes Produkt“. Unternehmen, deren Produkte die o.a. 8 Merkmale erfüllen, können unter dem Blickwinkel der Produkte als grüne Unternehmen bzw. nachhaltig arbeitende Unternehmen bezeichnet werden.

Achten Sie doch einfach bei Ihrem nächsten Einkauf einmal aktiv darauf, ob die Produkte, die sie einkaufen, alle Merkmale erfüllen. Tun die Produkte das nicht, ist auch der Hersteller – leider – kein „grünes Unternehmen“.

By | 2016-08-11T00:58:43+00:00 August 11th, 2016|Nachhaltigkeit, Oliver's Blog|0 Comments

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